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Stellungnahme des eingesetzten Sicherheitsdienstes zu den Vorfällen am 30.01.2010
(mr) Der BFC Dynamo möchte die Gelegenheit nutzen und den Pressevertretern die Stellungnahme des beim Traditionsturnier eingesetzten Sicherheitsdienstes (JWD)zur Verfügung stellen.
Bei den Vorfällen am vergangenen Samstag hatten gegen 13 Uhr ca. 150 "Fans" des 1. FC Union auf Öffnung der Tageskassen wartende Fußballfans attackiert. Durch Flaschen-, Steinwürfe, Tritte oder Schläge wurden mehrere friedliche Fußballfans verletzt, welche anschließend ärztlich versorgt werden mußten. Ein Eindringen in die Halle konnte glücklicherweise verhindert werden.
Anschließend konnte das Traditionsturnier ohne weitere Vorkommnisse durchgeführt werden. Besonderer Dank gilt hierbei den Zuschauern, die trotz der Vorfälle die traditionell teilnehmende Mannschaft des 1. FC Union sportlich fair behandelten.
Anlage:
Stellungnahme vom Sicherheitsdienst
Der JWD-Sicherheitsdienst war am Samstag (30.01.10) beim Traditionsturnier in der Ballsporthalle am Sportforum tätig. Wie auch bei den Oberligaspielen des BFC Dynamo, haben wir uns sorgfältig auf diese Veranstaltung vorbereitet und waren mit ausreichend Personal vor Ort.
Im Laufe des Vormittags erhielten wir die Information, dass aufgrund des abgesagten Spieles FC Hansa Rostock – 1. FC Union Berlin eventuell noch Fans des 1.FC Union Berlin zum Hallenturnier kommen wollen. Da wir davon ausgingen, dass diese kommen um Karten zu erwerben, haben wir am Konzept für den Tagesablauf zum Turnier nichts geändert.
Gegen 13 Uhr hatten wir dann ersten Blickkontakt zu einer größeren Anzahl von Personen, die den Weißenseer Weg lang kamen und sich an verschiedenen Positionen sammelten, es war nicht erkennbar, zu welchem Verein sie gehörten. Wir schätzen, dass es ungefähr 150 Personen waren. Nach dem ersten Blickkontakt wurden auf Anweisung des Einsatzleiters der zuständigen Sicherheitsfirma alle Eingänge unverzüglich verschlossen. Alle Sicherheitskräfte, die zu dieser Zeit verfügbar waren, sammelten sich im Haupteingangsbereich, um ca. 30 wartende Fans (ältere Personen, Frauen und Kinder) im Inneren der Halle in Sicherheit zu bringen. Falsch ist die Darstellung der Polizei, dass es sich bei den wartenden Besuchern um ausschließlich BFC-Anhänger handelte. Für uns erkennbar waren noch Fans von Hertha BSC, Energie Cottbus, Dynamo Dresden und dem 1.FC Magdeburg, welche vor der Halle auf die Kassenöffnung warteten, um noch eine der restlichen 100 verfügbaren Karten zu erwerben. Es handelte sich hier vorwiegend um ältere Personen, Frauen und Kinder.
Als die ankommende Personengruppe etwa 50 Meter vor dem Halleneingang ankam, wurde laut Eisern Union skandiert. Es flogen die ersten Steine und Flaschen in Richtung Halleneingang. Nach wenigen Sekunden rannte die Personengruppe auf die am Haupteingang wartenden Besucher, es war nicht mehr möglich, schnell genug die Haupteingänge zu schließen. Die Personengruppe schlug wahllos auf die älteren Personen, Frauen, Kinder und das Hallenpersonal ein, die nicht mehr rechtzeitig in Sicherheit gebracht werden konnten. Zu einer Auseinandersetzung kam es mit den vor der Halle stehenden Turnierbesuchern nicht, da diese überrannt wurden.
Die Sicherheitskräfte verteidigten die Haupteingangstür, in dieser Zeit gab es eine handgreifliche Auseinandersetzung, es wurden auf die Sicherheitskräfte bzw. auf die Haupteingangstür Steine und Flaschen geworfen sowie Böller, die in der Haupteingangshalle detonierten. 3 Sicherheitskräfte versuchten von außen, die Personengruppe auseinander zu drängen, damit die Haupteingangstür geschlossen werden konnte, um die handgreifliche Auseinandersetzung zu beenden. Die übrigen Sicherheitskräfte waren damit beschäftigt, die Halle von innen zu sichern, damit die angreifenden Union-Anhänger nicht durch die offen stehende Eingangstür in die Halle gelangen, was erfolgreich durchgesetzt wurde. In dem Handgemenge wurde einer der Redensführer bzw. ein Angreifer aus der ersten Reihe von den Sicherheitskräften in die Halle hineingezogen um ihn von der restlichen Personengruppe zu isolieren.
Erst als die ersten Einsatzkräfte der Polizei eintrafen flüchtete die Personengruppe sofort in Richtung Konrad-Wolf-Straße. Durch Vereinsoffizielle wurden nun telefonisch Rettungswagen angefordert. Die Sicherheitskräfte kümmerten sich um die Verletzten. Die meisten Verletzungen durch Schlageinwirkungen waren unerheblich, allerdings gab es drei schwerer verletzte Fans, u. a. zwei Fans aus Magdeburg, die erhebliche Gesichtsverletzungen vorwiesen. Diese wurden ärztlich versorgt, lehnten aber eine Mitfahrt in die Klinik ab. Weiterhin wurde eine Ordnerin des BFC Dynamo durch Splitter einer geworfenen Flasche leicht verletzt.
Nachdem die Sicherheitskräfte der Polizei die Vorkommnisse geschildert haben, begannen sie mit den Aufräumarbeiten, damit die Kassen pünktlich um 13.30 Uhr öffnen konnten.
Erstellt am: 01.02.2010 - 19:23
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